Teil 5: Warum ist eine Identitätsvalidierung wichtig?

Online ist es immer schwierig genau zu wissen, mit wem man es zu tun hat. Ist Ihr Kunde wirklich der, der er vorgibt zu sein? Ist sein Reisepass, Führerschein oder Ausweis echt?
Beim digitalen Onboarding eines Kunden müssen Sie dessen Identität überprüfen, bevor Sie eine dauerhafte Geschäftsbeziehung aufbauen können.

Ein digitales Onboarding läuft normalerweise wie folgt ab… Im ersten Schritt gibt ein potentieller Kunde, die zur digitalen Identifizierung benötigten Daten ein. Wurden die Daten bestätigt und die Verifizierung ist abgeschlossen, steht ein nächster wichtiger Schritt an. Die Validierung seiner Daten bzw. seiner Identität. Hiermit wird sichergestellt, dass Teile der Angaben z. B. die Adressangabe richtig sind. Ein Vorgehen, dass die Kosten für Betrug minimiert.

Ist Ihr Kunde derjenige, der er vorgibt zu sein?

Sollten Sie als Unternehmen in einer unregulierten Branche aktiv sein, wie z. B. ein Bekleidungsgeschäft, mag es nicht notwendig erscheinen, eine Identität zu validieren. Wenn ein Kunde eine falsche Lieferadresse angibt, hat der Kunde keinen Vorteil davon. Dennoch ist es empfehlenswert, Identitäten auch zu validieren, um das Risiko für Ihr Unternehmen zu senken, da die Möglichkeit z. B. eines Kreditkartenbetrugs immer besteht. Hingegen regulierte Branchen, wie Banken und andere Finanzbranchen, sind gesetzlich zur Validierung verpflichtet. Insbesondere wenn es um risikoreiche Transaktionen geht, muss man wissen mit wem Sie es zu tun hat.

Dienstleister innerhalb regulierter Industrien unterliegen strengen Know Your Customer- (KYC) und GeldwäscheGesetz- (GwG) Regelungen. Diese spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Finanzierung von Verbrechen, Terrorismus und Korruption. Man muss nicht nur wissen wer der Kunde ist, sondern auch seine Transaktionen überprüfen.

Laut dem Experian-Bericht "2020 Global Identity Fraud" nennen 74 % der Verbraucher “Sicherheit“ als die wichtigste Anforderung an ihre Online-Erfahrungen. Auch eine große Anzahl von Verbrauchern (72 %) wäre bereit, einen gründlicheren Onboarding-Prozess zu durchlaufen, um später Sicherheit und Einfachheit zu gewährleisten.

Register-Prüfungen verwenden

Es gibt eine Möglichkeit zu überprüfen, ob die Angaben, die ein Kunde gemacht hat, auch tatsächlich korrekt sind. Sie können diese Details in verschiedenen Register-Dateien online nachschlagen.

Dies ist von Land zu Land unterschiedlich, aber in Norwegen gibt es zum Beispiel ein nationales Bevölkerungs- oder Melderegister (bekannt als Brønnøysundregistrene), in dem jeder Bürger Norwegens registriert ist und eine nationale Identifikationsnummer hat. BankID verwendet die NIN (Nationale Identifikationsnummer) als eindeutigen Identifikator für jede Person. Das bedeutet, dass es einfach ist, eine Person in verschiedenen Registern online nachzuschlagen, um eine Adresse, Alter, Geschlecht oder andere grundlegende Informationen zu überprüfen. Wenn Sie zum Beispiel eine Lebensversicherung auszahlen, können Sie im Nationalen Bevölkerungsregister überprüfen, ob die Person noch lebt.

Beim Verkauf eines Hauses oder bei der Vergabe von Krediten ist es sehr wichtig, den Kreditstatus eines Kunden zu prüfen, um sicher zu sein, dass er auch in der Lage ist alles zurückzuzahlen. Es gibt auch den PEP-Status (Politisch Exponierte Person), was ein Bestandteil der GwG- Verordnung ist. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kunde ein PEP ist, ist er anfälliger für Erpressung oder Bestechung. Eine wichtige Information, die Sie kennen sollten, für den Fall, dass Sie diese Person in Zukunft weiter überprüfen müssen. Das dient nicht nur dem Schutz des Kunden, sondern auch der Sicherheit Ihres Unternehmens.


Warum sollte die Identität beim Onboarding eines Unternehmens validiert werden?

Für den Fall, dass ein Unternehmen ein Onboarding durchlaufen möchte, gibt es vermutlich gleich mehrere Personen mit denen interagiert werden soll. Um den Anforderungen gerecht zu werden, muss geprüft werden, ob die jeweilige Person berechtigt ist für das Unternehmen zu unterschreiben. Benötigen Sie die Unterschrift des Geschäftsführers oder reicht eine bevollmächtigte Person aus? Es ist sicherlich schwierig das im Einzelfall herauszufinden, aber ein Blick in das Register kann bei dieser Identifizierung helfen.

Die Identifizierung und Verifizierung der wirtschaftlich Berechtigten (UBO, Ultimate Beneficial Owners oder WiERe, Wirtschaftliche Eigentümer Register) ist ein wichtiger Bestandteil des Know your customer (KYC) Prozesses. Diese Überprüfung ist obligatorisch, wenn Ihr Unternehmen reguliert ist. Verifiziert werden soll der Kreis von Personen, denen das Unternehmen gehört, die am meisten davon profitieren und die ultimative Kontrolle über eine Vereinbarung haben.

Das Ziel für diese Identifizierung ist die Vermeidung von Finanzverbrechen wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Oftmals gründen Personen viele verschiedene Firmen unter der Kontrolle anderer Unternehmen und erschaffen dadurch so genannte "Geisterfirmen". Gefälschte Adressen und Geschäftsregistrierungsnummern dienen dem Anschein eines echten Unternehmens zu erwecken und um Geld zu waschen. Daher liegt die Pflicht Ihre Kunden zu prüfen in Ihrer Verantwortung.

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All diese Compliance- und KYC-Prüfungen während des Kunden-Onboardings werden immer komplexer. Unternehmen arbeiten mit überlasteten Teams an der manuellen Überprüfungen der geforderten Auflagen. An dieser Stelle kann ein Drittanbieter für die Identitätsprüfung hilfreich sein.

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Beatrice von der Brüggen

Beatrice von der Brüggen

Regional Marketing Manager bei Signicat

März 04 2021