So geht schnelles Onboarding

Nicht ohne Grund sind Anmeldungen wie das Facebook-Login, Amazon 1-Click® oder Apple Pay so erfolgreich: Für den Kunden sollten Prozesse generell so einfach wie möglich sein, denn der gesamte digitale Geschäftsabschluss beginnt bereits bei der Registrierung auf den Webseiten des Anbieters oder Händlers. Lesen Sie mehr...


Eine Studie von Signicat und Finextra mit dem Titel „The Battle to Onboard“ zeigt deutlich auf, dass 40% der Kunden das digitale „Onboarding“ vorzeitig abbrechen.

 

 

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Das heißt Kunden beginnen die Registrierung für einen Service, eine Dienstleistung oder einen Produktkauf und stellen irgendwann fest:

 

  • es werden zu viele Informationen abgefragt (40%)

  • der Zeitaufwand zum Ausfüllen ist zu groß (34%)

  • es gibt Medienbrüche und es wird zusätzlich Informationsübermittlung physischer Art notwendig - ausdrucken, unterschreiben, scannen und hochladen oder per Post senden (28%)

Als Folge wird das Onboarding zu früh abgebrochen. Der Händler hat viel Geld und Zeit investiert, um neue Kunden von seinen Leistungen zu überzeugen, es kommt aber leider nicht zum Geschäftsabschluss. Ein Ergebnis, das frustriert.

Das skandinavische Unternehmen Signicat verfügt über 13 Jahre Erfahrung im Bereich digitaler Identitäten, Onboarding und allem was man für einen erfolgreichen digitalen Geschäftsabschluss braucht. In den skandinavischen Ländern konnten sich eIDs (elektronische Identitäten) bereits vor vielen Jahren durchsetzen. Im Vergleich dazu versucht man in Deutschland noch in vielen Fällen die „persönliche Identifizierung am Schalter“ nachzustellen, sei es durch PostIdent- oder VideoIdent- Verfahren. (siehe dazu auch meinen letzten BLOG)

 

Anmeldung mit eID

Wenn sich z. B. in Norwegen eine Person mit seiner eID registriert, dann nutzt er seine verifizierte BankID, (online Kontonummer, Kennwort). Damit kann er sich bei Händlern sicher anmelden. Durch die 2-Faktor-Authentifizierung auf dem Smartphone ist die Anmeldung mühelos und sicher durchzuführen. Dieses Vorgehen funktioniert bei:

 

- Banken, Versicherungen

- öffentlichen Behörden

- Gesundheitsthemen (Arzt, Krankenkasse, Rezept, Impfungen)

- Kauf- und Tauschplattformen

- Vermietungen (Wohnung, Auto)

- und vielen anderen mehr.

 

Die eID übermittelt nur die gewünschten oder für den Vorgang benötigten Daten. Somit funktioniert die Übermittlung des Alters z. B. bei der Anmeldung in einem Sonnenstudio, um zu überprüfen, ob man schon 18 Jahre alt ist und überhaupt ein Sonnenstudio (in Norwegen) nutzen darf.

grafik_7eID Verfahren sind mittlerweile aber auch in Deutschland verfügbar. Händler können eine Identifikation anhand der in Deutschland bereitgestellten ID-Methoden anbieten. Mit Hilfe der bekannten eIDs, wie dem neuen Personalausweis (nPA), Verimi oder yes® können sie die verifizierten Kundendaten einfach übernehmen.

Vorteil Rechtssicherheit: eID Methoden in Deutschland

 

Im Folgenden ein mögliches Szenario, dem Sie als potentieller Kunde auf der Website des Händlers begegnen könnten. In diesem Fall z. B. die Möglichkeit aus einer der drei verbreiteten Registrierungsmöglichkeiten zu wählen:

 

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1.) Verifizieren mit dem neuen Personalausweis (nPA)

Fällt die Wahl auf eine Verifizierung mit dem neuen Personalausweis, benötigt der Kunde seinen Ausweis (nPA) oder Aufenthaltstitel (eAT), einen Kartenleser oder Smartphone (NFC-lesefähig) und die AusweisApp2 (https://www.ausweisapp.bund.de/ausweisapp2/ ).

(Bemerkung: Signicat wurde vom Bundesverwaltungsamt (BVA) am 9. März 2020 als erstes internationales Unternehmen als „Identifizierungsdienstleister nach §21b für nPA“ bis 8. März 2023 zertifiziert. Siehe auch hier.)
Signicat kann für seine Kunden also nun auch den Dienst des Identifizierens über nPA oder eAT  über seine Platform „Digital Iddentity Hub“ anbieten.

 

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Die AusweisApp2 zeigt an, wer, zu welchem Zweck, welche Daten aus Ihrem Personalausweis lesen will. Im nächsten Bild werden alle 13 verfügbaren Datenfelder gezeigt. Entsprechend dem jeweiligen Anwendungsfall wird aber nur eine Teilmenge davon benötigt, angefragt und auch übertragen.

 

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In diesem Beispiel ist ein Smartphone mit dem Rechner gekoppelt und dient als Ausweislesegerät.

 

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Nun gibt der Kunde durch die Eingabe seiner PIN die Daten frei und diese werden übertragen. Die PIN erhält der Kunde in einem Schreiben (PIN Brief) mit seinem Personalausweis. Falls man die PIN vergessen hat, kann man Sie bei der Pass- und Ausweisbehörde ändern lassen (siehe hier)

 

Der Vorteil einer Identifizierung mit dem nPA ist, dass die verfügbaren Daten direkt für Anwendungen nutzbar sind, die mit dem Geldwäschegesetz (GwG) konform sein müssen. Darüber hinaus verfügt der nPA über die eIDAS-Einstufung „hoch“ (Staffelung: Niedrig-Substantiell-Hoch).

Das bedeutet, dass diese Methode z. B. für einen Online-Antrag eines neuen Bankkontos oder die Beantragung einer Kreditkarte ideal ist, da der Ablauf schnell, kostengünstig und unkompliziert verläuft. Aber auch für alle anderen Identifizierungsaufgaben, in denen es wichtig ist, dass die Daten wie Name und Adresse korrekt geschrieben und „gültig“ sind, ist die Nutzung dieser Methode ideal.


Wenn Sie zu dem Thema gerne weitere Informationen hätten, dann lesen Sie unseren Blog oder sprechen Sie uns an (Kurt.Rindle@signicat.com).

 

Kurt Rindle

Kurt Rindle

Signicat Solution Sales Director for the DACH region

Juli 20 2020