E-Goverment ist längst keine Utopie mehr

Vor 20 Jahren hat die Bundesregierung E-Government zur „zentralen Regierungsaufgabe“ erklärt. Dennoch ist Deutschland hier weiterhin nur EU-Mittelmaß – noch fehlen wichtige Bausteine. Signicat bietet mit einfachen, zukunftssichernden und grenzübergreifenden eIDs passgenaue Lösungen.


Zwei Beispiele aus dem Leben, die die Bedeutung von E-Government für Bürger, wie für das Wirtschaftsleben zeigen.
Aaltje de Dromp ist Unternehmerin. Sie will von Rotterdam aus eine Niederlassung in Berlin eröffnen und gleich auch noch ihren Firmenwagen anmelden. Bruno Gruber zieht aus Wien zu seiner neuen Lebenspartnerin und bezieht eine neue Wohnung in Olching. Er will sich hier auch eine neue Arbeit suchen und sein Auto online neu anmelden. E-Government (= Electronic Government) sollte es de Dromp wie Gruber längst ermöglichen, sich online alle nötigen Behördengänge zu sparen.

 

Deutschland nur im Mittelfeld
Doch weit gefehlt: Aaltje de Dromp kann zwar ihr Gewerbe online anmelden, nicht jedoch Firmenfahrzeuge. Seit 1.10.2019 sind nur einige Standardvorgänge wie die private KFZ-Zulassung übers Internet möglich, jedoch, Stand Oktober 2020, noch nicht in allen Zulassungsstellen. Wie und wo E-Government in Deutschland umgesetzt wird, hängt auch davon ab, wer zuständig ist: Bund, Land oder kommunale Gebietskörperschaft, etwa Landratsamt oder Gemeinde. Da die Zulassungsstelle im Landratsamt Fürstenfeldbruck bereits das bundesweite Projekt i-kfz unterstützt, hat Gruber diesbezüglich Glück.


Pech hat er dagegen bei der Wohnungsanmeldung. In seinem Fall ist noch immer eine analoge Unterschrift des Vermieters erforderlich. Das Formular dazu kann er – ausschließlich in deutscher Sprache – als PDF-Datei von der Webseite seiner neuen Wohnort-Gemeinde herunterladen, auch die entsprechenden Rechtsvorschriften sind nur in Deutsch zu finden.


Deutschland ist nämlich weiterhin nur Mittelmaß beim E-Government. Zu diesem Ergebnis kommt der neue „eGovernment Benchmark 2020“, erstellt für die EU Kommission: Dieser vergleicht die EU-Länder in fünf Kategorien: User Centricity (Benutzerfreundlichkeit), Transparency (Transparenz), Citizen sowie Business Cross Border Mobility (grenzübergreifende Verfügbarkeit von Dienstleistungen) und Key Enablers (Grundvoraussetzungen). Deutschland schneidet laut dieser Studie in einigen Bereichen, etwa bei der Benutzerfreundlichkeit, recht gut ab.

Signicat-Lösungen schließen die entscheidenden Lücken
Doch in Deutschland fehlt es, so die Studie, bisher an einer entscheidenden Grundvoraussetzung – behörden- und grenzübergreifend nutzbaren elektronische Identitäten (eIDs). Diese fehlenden eIDs sind ein Hauptgrund für das wenig überzeugende Abschneiden Deutschlands, das weit abgeschlagen hinter Ländern wie Malta, Estland oder Österreich landet.

 

Key-Enabler

Beim E-Government ist Deutschland nicht Vorreiter. Ein besseres Ranking scheitert entscheidend an der Verfügbarkeit einfach nutzbarer, behörden- und länderübergreifend nutzbarer eIDs.  Quelle: eGovernment Benchmark 2020, Country Fact Sheets, S. 23


Noch ist es selbst für Deutsche unmöglich, sich z. B. nur einmal bei einer Behörde zu identifizieren und dann mit dieser eID alle Behördengänge ohne lästige, zeitraubende Neu-Identifizierung zu erledigen – von einer EU-übergreifenden Nutzung ganz zu schweigen.

 

  • E-Government muss auch Menschen mit Behinderung und Sprachschwierigkeiten einbeziehen. Signicat bietet eine besonders einfache Authentifizierung via nPA (neuer deutscher Personalausweis); als erstes Unternehmen mit Hauptsitz im Ausland darf Signicat den nPA zur Identifizierung verwenden. Inzwischen bieten einige deutsche Einrichtungen wie die Bundesagentur für Arbeit die Identifizierung über den nPA an, doch diese ist noch immer recht umständlich. Die dadurch, etwa über eine eigens zu installierende App am Smartphone, erzeugte eID ist eine Insellösung: Diese eID lässt sich weder zur Anmeldung seines neuen Wohnorts noch für Behördengänge in Ländern wie Österreich oder zur Fahrzeuganmeldung in der Fürstenfeldbrucker Zulassungsstelle nutzen.

  • Der Digital Identity Service von Signicat wäre für den Österreicher Gruber oder die Niederländerin de Dromp ein weiterer, praxiserprobter Lösungsansatz. Er ermöglicht eine wiederverwendbare digitale Identität mit Hilfe von Drittanbietern: Kunden nutzen z. B. persönliche eIDs und Mobile IDs für höchste Sicherheit und Flexibilität. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt biometrische Daten, kombiniert mit Wissens- oder Besitzfaktoren.

  • Für den Geschäftsverkehr wie für Behördengänge bietet sich mit Electronic Signing ein sicheres, DSGVO-konformes Verfahren an. Verifizierte elektronische Signaturen mit eIDs vereinfachen die Ad-hoc Unterzeichnung und das Aufsetzen eines Accounts.

  • Eine Besonderheit ist der Signicat Digital Identity Hub – dieser integriert bereits über 30 eID-Verfahren von Drittanbietern aus diversen europäischen Ländern und könnte so entscheidend EU-weites E-Government fördern. Die Signicat-API ermöglicht die Integration beliebiger weiterer Verfahren.

Das 2017 verabschiedete OZG-Gesetz soll sicherstellen, dass ab 31.12.2022 die definierten 575 Leistungen online erledigt werden können. Mit den praxiserprobten Lösungen von Signicat wäre eine viel schnellere Umsetzung ohne weiteres möglich: Als Qualified Trust Service Provider erfüllt Signicat den höchsten Sicherheitsgrad in eIDAS und ist nach ISO 27001 zertifiziert. Nicht ohne Grund ist Signicat bereits heute ein europäischer Marktführer für eIDs und Signaturen, dem bereits über 1300 Unternehmen vertrauen.

 

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eIDs und digitale Signaturen sind eine entscheidende Grundvoraussetzung für funktionierendes E-Government.

Wenn Sie zu dem Thema gerne weitere Informationen hätten, dann sprechen Sie uns an (Kurt.Rindle@signicat.com).

Kurt Rindle

Kurt Rindle

Signicat Solution Sales Director for the DACH region

Oktober 12 2020