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Rabobank

Es ist nicht einfach, einen Partner zu finden, der die gleiche Denkweise teilt. Signicat aber war in der Lage, die Zukunft auf die gleiche Weise zu visualisieren.
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Daan van den Eshof
Product Manager, Rabo eBusiness

Die Rabobank brauchte einen Partner, der den Bereich der digitalen Identität verstand, um eine neue Plattform aufzubauen, und wandte sich daher an Signicat. Nach enger Zusammenarbeit wurde 2017 Rabo Identity Services, ein von der Bank geführter Digital Identity Service Provider (DISP), eingeführt.

Die Herausforderung

Traditionelle Finanzdienstleister bekommen die Konkurrenz von Fintechs, Digitalbanken und großen Tech-Unternehmen immer deutlicher zu spüren. Rabobank realisierte, dass die eigenen Dienstleistungen durch neue Finanzierungsmodelle und den verstärkten Wettbewerb zunehmend unter Druck gerieten. Andererseits suchen Nutzer und Unternehmen im Zeitalter von umständlichen Passwortverfahren und Hackerangriffen neue Möglichkeiten, um gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Sie wollen sicher sein, dass die Personen oder Unternehmen, mit denen sie in Kontakt treten, real und seriös sind.

Rabobank war sich bewusst, dass sich das Unternehmen als vertrauenswürdige Institution in einer idealen Ausgangslage befindet. Mit seinem Markenwert, den vorhandenen Kundendaten und der Marktposition war es möglich, einen Service für digitale Identitäten bereitzustellen, der das Onlinegeschäft schneller, sicherer und flexibler macht. In erster Linie sollte es um Vertrauen gehen – und nicht um Transaktionen.

Die Geschäftskunden von Rabobank hatten jedoch ein Problem: Sie mussten die für Banken geltenden KYC- und GwG-Anforderungen erfüllen, die eine Identifizierung und Authentifizierung der Nutzer vorsehen. Die dafür notwendigen Prozesse wirkten sich negativ auf die Nutzererfahrung aus. Ein Großteil dieser Prozesse ist nämlich analog und nicht digital. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter Ausweisdokumente persönlich überprüfen müssen. Rabobank wollte daher einen digitalen Service für die Geschäftskunden entwickeln. Dieser sollte das Onboarding der Nutzer einfacher und komfortabler machen, um die Erfolgsquote im Onlinegeschäft zu erhöhen und alle Vorschriften einzuhalten.

Die Lösung

Für den Aufbau einer neuen Plattform benötigte Rabobank einen Partner mit Know-how auf dem Gebiet der digitalen Identitäten. Die Entscheidung fiel auf Signicat. Mit über zehn Jahren Erfahrung im Umgang mit elektronischen IDs (eIDs) und einem soliden Kundenstamm aus Finanzinstituten, die auf die zuverlässigen Services für digitale Identitäten vertrauen, war Signicat der ideale Partner für dieses Projekt. Gemeinsam gründeten sie 2017 in den Niederlanden den von einer Bank geführten Digital Identity Service Provider (DISP) Rabo Digital Identity. Er ist der weltweit erste seiner Art

Der DISP bündelt die Erfahrungen von Rabobank, die Technologien für digitale Identitäten von Signicat und eine Vielzahl von Diensteanbietern für ID-Systeme. Das Ergebnis ist eine länderübergreifende Plattform mit optimaler Nutzererfahrung, die das digitale Onboarding, Anmelden, Unterschreiben und Archivieren ermöglicht und hohe Instandhaltungskosten vermeidet. Rabo Digital Identity richtet sich an und wird genutzt von Unternehmen aus den Bereichen Energie, Telekommunikation, Versicherungen sowie dem Gesundheits- und Finanzwesen.

Die Plattform ermöglicht es den Nutzern, mit einer Reihe von ID-Systemen auf Online-Services zuzugreifen. Neben den niederländischen eIDs iDIN und DigiD gehören hierzu auch andere europäische Systeme wie NemID und Freja ID. Social Logins wie der von Google werden ebenfalls unterstützt. Das bedeutet, dass die Kunden von Rabo Digital Identity ihre Nutzer selbst entscheiden lassen können, auf welche komfortable Weise sie sich digital verifizieren möchten. Durch die Integration europäischer eIDs vereinfacht sich auch die länderübergreifende Kontoeröffnung und das Onboarding. So wird das Risiko bei der manuellen Überprüfung von fremden Dokumenten minimiert. Nun können Unternehmen Kunden aus ganz Europa akzeptieren und gleichzeitig die gesetzlichen Vorschriften erfüllen. Die Nutzer melden sich über das gewünschte eID-System auf der Website des Diensteanbieters an und können dann zum Beispiel einen Vertrag unterschreiben. Der gesamte Prozess ist 100 % digital.

Das Ergebnis

Seit Beginn der Partnerschaft konnte Rabo Digital Identity die Erfolgsquote im Onlinegeschäft für Geschäftskunden erhöhen. Der erste Kunde war Rabobank selbst. Das Unternehmen nutzte den Service für seine Versicherungs- und Hypothekensparte, um das digitale Onboarding von Kunden durchzuführen. Seit dem Start im Januar 2018 hat Rabo Digital Identity das Onboarding für über 190.000 Kunden durchgeführt und erzielte beträchtliche Einsparungen für Rabobank. Ein Großteil dieser Kunden beantragt Versicherungsprodukte bei einem Partner der Bank. Aufgrund des optimierten Identifizierungsprozesses haben sich die Kosten pro Identifikation von 1,20 € auf 0,50 € reduziert. Der Einsatz von Rabo Digital Identity senkte die Kosten pro Transaktion um 58 Prozent. Mit im Schnitt knapp über 30.000 identifizierten Kunden pro Monat wurden insgesamt 127.484 € eingespart.


Im Vergleich dazu sind im Hypothekengeschäft die Anforderungen an das KYC-Prinzip viel höher, um das Risiko von Betrugsfällen zu minimieren. Der manuelle Prozess kostet hier inklusive Personalkosten im Schnitt 37,50 € pro Kunde. Obwohl viel weniger Kunden (10.000) den Onboarding- Prozess durchlaufen haben, sparte Rabobank mit Rabo Digital Identity 375.000 €. Insgesamt entstanden seit der Inbetriebnahme des Services Einsparungen in Höhe von 502.848 €. Gleichzeitig verbesserte sich auch die Nutzererfahrung, da sich die Kunden nun digital statt mit langsamen und frustrierenden manuellen Verfahren identifizieren konnten.